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My Humble Opinion | Martin Hermann Oetting 

AOL-Redaktionsroboter: Alternativmeinung.

Mit viel Interesse habe ich den Text "AOL: Roboter sollen Redakteure steuern" bei MEEDIA gelesen. Der Grundton ist sehr kritisch. "Natürlich", mag man spontan denken - es geht dabei ja darum, dass Menschen von seelenlosen Maschinen Aufträge bekommen und nicht mehr Herr ihrer Arbeit sind, es klingt nach Orwell und nach Schreckenvisionen von Schreibdrohnen, die durch kalte Maschinen gedemütigt werden.

Obwohl - wie "natürlich" ist das denn wirklich kritikwürdig? Vielleicht sollte man mal genauer hinsehen und sich in Erinnerung rufen, wer da schreibt: Journalisten schreiben da. Und sie zitieren andere Journalisten. Aus Sicht eines Berufsstandes ist es immer unangenehm, fundamentale Änderungen der eigenen Arbeitswelt zu akzeptieren. Neuerungen werden ohnehin gern kritisch beäugt. Aber vielleicht sehen wir das Thema mal aus einer anderen Sicht, aus der Sicht eines Internetnutzers? Nicht, weil das eine richtigere Sicht ist, sondern weil es eine andere ist. Und verschiedene Sichtweisen helfen ja häufig beim Denken.

Im Internet wird sehr viel Kram diskutiert. Manchmal bekommt "ein Kram" enorm viel Aufmerksamkeit, wird bei Twitter rauf und runter behandelt und auf unzähligen Blogposts wild diskutiert. Nur leider gibt es dabei oft nicht viele Fakten. Mal einen guten Brocken hier, mal einen feinen Gedanken dort. Aber kaum jemand hat die Zeit und Muße, sich mit dem arg diskutierten Thema so intensiv auseinander zu setzen, wie die Sache es vielleicht verlangt. Jetzt stellen wir uns vor, AOL und das bei MEEDIA beschriebene System erfassen solche Debatten. Und setzen jemanden darauf an, der sich mit der Sache auseinandersetzt. Der sich einen Tag Zeit dafür nimmt und mal guckt, was da denn eigentlich los ist. Der dem Thema die Aufmerksamkeit widmet, die man sich von den professionell betriebenen Medien immer mal wieder wünscht und die unterschiedlichen Fäden in einem feinen Text zusammenspinnt, der dann im Netz viel Aufmerksamkeit bekommt. Das wäre doch was? Da würde dann mal endlich das aufgenommen, was die Nutzer tatsächlich bewegt! Kein Chefredakteur, der allein nach Gutdünken entscheidet, sondern Algorithmic Authority", die ein Thema setzt.

Die Schreiber dann nach den Werbeeinnahmen zu bezahlen und auf Masse statt Klasse zu setzen, wäre sicher keine gute Idee. Aber die Idee an sich ist meines Erachtens im Sinne eines aufmerksamen und gesellschaftliche Stömungen aufnehmenden Journalismus nicht so schlecht. Natürlich nicht als einziges Modell - aber als eines, das mithilft, eine Vielfalt journalistischer Stimmen und Themen zu organisieren.

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These zum Klimawandel: die Autoindustrie ist hilflos.

Unterschiedliche Leute achten auf unterschiedliche Dinge, wenn sie mit anderen im Auto sitzen. Ich achte unter anderem darauf, wann und wie Leute die Gänge wechseln. Vor wenigen Tagen nahm ich im Raum Düsseldorf ein Taxi - es war ein handgeschalteter Mercedes. Der Fahrer fuhr sechzig-siebzig ... bis zu achtzig Kilometer pro Stunde - im dritten Gang. Vielleicht im vierten. Ich habe eine Bekannte, die innerorts so gut wie ausschließlich im dritten Gang fährt. Das können zum Teil (Berlin) achtzig Stundenkilometer sein.

Es gibt in Deutschland (und sicher auch anderswo) die weit verbreitete aber falsche Meinung, dass man bei sogenannter "niedertouriger" Fahrweise irgendetwas am Fahrzeug beschädigen oder aber irgendwie ineffizient fahren könnte. Dazu werden Unwahrheiten verbreitet, dass bspw. bei niedrigen Drehzahlen das Öl nicht warm würde, und dass man den Motor belasten und schneller beschädigen würde.

Selbst wenn die Autoindustrie nun eine Flotte mit dem Durchschnittsverbrauch anbietet, der mit dafür nötig ist, die Klimaziele zu erreichen, bringt das effektiv kaum was für's Klima - solange die Autofahrer weiter im dritten Gang durch die Innenstädte ballern und über "untertourige Fahrweise" Schauermärchen erzählen. Denn dann bleibt der real erzielte CO2-Ausstoß weiter auf hohem Niveau. Das Klima interessiert nicht, was in den Boschüren der Hersteller und in den TÜV-Tests steht, sondern was tatsächlich an CO2 aus den Autos kommt. Denn auch mit einem nominellen 3-Liter-Auto kann man fünf oder acht Liter verbrauchen und die entsprechenden CO2-Mengen erzeugen.

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Absolut erstklassige Recherchearbeit. Hut ab.

Gerade den folgenden Satz bei turi2 gelesen:

"Microsofts Geheimtreffen mit Verlegern, bei dem es angeblich um die exklusive Einbindung von News bei Bing und eine Allianz gegen Google ging, gab es möglicherweise gar nicht - zumindest konnte der Branchendienst Meedia in Deutschland keinen einzigen Teilnehmer aufspüren."

Hier der Text bei MEEDIA dazu.

Aha. So finden Journalisten also heraus, ob Geheimtreffen stattgefunden haben. Sie rufen an - wie einfach! Da muss man erstmal drauf kommen! Das haben die Spione im kalten Krieg sicher auch so gemacht. Wenn die Amerikaner wissen wollten, wo die Russen als nächstes geheim neue Atomraketen stationieren werden, haben sie was getan? Na klar: sie haben bei den Russen angerufen!

Das zeigt insgesamt, wie schräg der Beruf der Journalisten mittlerweile drauf ist. Und die Leute, über die sie schreiben. Sie rufen an, um etwas über geheime Treffen zu erfahren, denn sie gehen - wohl dank jahrelanger Erfahrung - natürlich davon aus, dass bei einem heimlichen Treffen gegenüber so gut wie jedem Diskretion geübt wird. Nur nicht gegenüber Journalisten.

Dass sie das in diesem Fall vielleicht sogar mit gutem Grund tun konnten, ist klar: auf der anderen Seite sitzen in diesem Fall ja auch Journalisten...

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Dietmar Brauner und sein ...

(Wie gesagt. Grade die Surrealisten gesehen.)

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Guten Tag. Hätten Sie etwas Grippe ...

... da?

(War grade bei den Surrealisten in der Nationalgallerie.)

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Amazon: WTF?!

Diesen Text habe ich vergangene Woche von Amazon per Mail bekommen:

"[...] wir wenden uns heute an Sie, um Sie über eine Ergänzung der Amazon.de
Partnerprogramm Teilnahmebedingungen zu informieren, die am 14.10.09 in
Kraft tritt. Diese Ergänzung betrifft die Integration von Speziallinks /
Partnerprogramm-Links in Applikationen, die für mobile Endgeräte, wie z. B.
Smartphones, konzipiert sind. Ab dem 14.10.09 ist in solchen Fällen eine
Verwendung der Partnerlinks nur noch mit unserer vorherigen schriftlichen
Genehmigung erlaubt."

WTF?!

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Was mich so richtig sauer macht.

Vor einigen Tagen saß ich im Raum Frankfurt im Taxi. Im Radio lief ein Bericht über eine bemerkenswerte Frau: eine junge Frau mit türkischem Familienhintergrund, die bei der hessischen Polizei tätig ist und sehr viel für die Integrationsarbeit leistet. Es wurde beschrieben, wie sie dank ihrer Vertrautheit mit beiden Kulturen Differenzen überbrücken und eine Verständigung zwischen Polizei und türkischen Jugendlichen ermöglichen kann. Und sei es, weil sie bei einem Einsatz randalierende türkische Jungs einfach mal auf türkisch zusammenscheißt. Die dann völlig baff sind, weil eine Polizistin mit ihnen türkisch redet, und sich danach viel kooperativer zeigen. Ich war sehr angetan von der Frau und davon, dass an verschiedenen Stellen in unserem Land das Thema Integration vielleicht doch seine Fortschritte macht.

Dann kam ein weiterer O-Ton der Frau. Sie sprach davon, dass sie sich darum bemüht, den Jugendlichen Perspektiven zu zeigen, sie zu unterstützen, "und sie vor den Gefahren des Internets zu warnen."

Was?

Unkommentiert ging der Satz einfach so durch. Er wurde nicht zum Thema gemacht, war einfach nur eins der Dinge, die illustriert haben, wie diese Frau jungen Türken in Deutschland hilft. Unter anderem, indem sie vor den Gefahren des Internets warnt. Ganz selbstverständlich.

Und ich war ... ich bin entsetzt. Denn in dem Moment wurde mir klar: es sind gar nicht die unverbesserlichen Zensursulas und die affigen Skeptiker, die alles besser wissen und damit massiv die Internetkompetenz in diesem Land behindern. Es ist der Umstand, dass in der breiten Bevölkerung die Annahme verbreitet ist, dass das Internet erstmal eine Sache ist, vor der man warnen muss. Die Gefahren bringt. Die bedrohlich ist. Vor der Jugendliche zuerst einmal geschützt werden müssen.

Wie kann es sein, dass das die Art und Weise ist, wie hierzulande über das Internet nachgedacht wird? Wenn es um Autos (tödliche Instrumente), Fernreisen (von Malaria bis Flugzeugabsturz ist alles möglich) oder um das Schnitzel an der nächsten Ecke geht (Gammelfleisch und was da noch so alles drinstecken kann), würde absolut niemand auf die Idee kommen, zuallererst über die Gefahren nachzudenken oder zu reden. Die junge Frau sprach nicht davon, dass sie die türkischen Jugendlichen vor den Gefahren des Straßenverkehrs warnt, oder vor den Gefahren, die entstehen, wenn man Gammelfleisch isst. Aber vor dem Internet muss gewarnt werden. Klar! Und wieder verstärkt sich bei den 150.000 Hörern dieser Sendung ganz unterbewusst der Gedanke, dass natürlich das Internet eher schlecht als gut ist.

Wie wäre es, wenn sie die Jugendlichen nicht vor den Gefahren des Internets warnen, sondern ihnen die unglaublichen Möglichkeiten aufzeigen würde? Wenn sie ihnen beibringen würde, was man mit einem Blog machen kann? Wenn sie ihnen zeigen würde, auf welche begeisternde Art und Weise im Netz kollektiv Wissen produziert wird? Wenn sie ihnen vermitteln würde, dass ein gekonnter Umgang mit dem Netz die eigenen beruflichen Chancen nicht nur enorm verbessert, sondern vielleicht sogar eine Anstellung unnütz machen kann, weil man mit dem Web sein eigenes Geschäft auf eine Weise entwickeln kann, wie es ohne niemals möglich wäre? Wie wäre es, wenn sie ihnen zeigen würde, wie sie im Web ihren eigenen Fernsehkanal starten können, der unserer Gesellschaft endlich authentisch zeigt, wer junge Türken in unserem Land eigentlich sind, wie sie ticken, was sie wollen?

Sauer macht mich sowas, richtig sauer.

Wenn zufällig irgendjemand, der das hier liest, dieselbe Sendung gehört hat und weiß, wie die Dame heißt, würde ich mich über eine Nachricht freuen. Denn dann könnte ich ihr diesen Text hier als Brief schicken.

Vermutlich aber auf Papier - denn als Link im Internet ist er ja viel zu gefährlich.

==

Nachtrag: Ich verweise hiermit nochmal auf mein "Twittern ist Bürgerpflicht" von vor wenigen Tagen. Denn genau darum geht's doch - dass man das Internet als Demokratieinstrument begreift und nicht als Sache, vor der man Angst haben muss.

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Was ich bei meiner Spanienreise heute gelernt habe.

1) Bei internationalen Flügen reicht es (eigentlich) nicht, wenn man erst 30 min. vor Start in Tegel am Gate ist.

2) In Spanien sprechen die Leute kein Englisch. Weder der Taxifahrer am Flughafen. Noch die Bedienung im Starbucks.

3) Das Gefühl, einem ortsunkundigen unwissenden Taxifahrer ausgeliefert zu sein, der einfach so durch die Gegend eiert, in der Hoffnung die Adresse aus Glück zu finden, ist nicht besonders schön.

4) Dafür ist der Taxifahrer einem ausgeliefert, wenn man dann nur das bezahlt, was man für fair hält und dann einfach weggeht ...

5) Wenn im Starbucks nur eine Person hinter dem Tresen steht, geht das alles nur ganz langsam.

6) Aber dafür scheint die Sonne, alles ist 10 Grad wärmer als in Deutschland und darum ist's eigentlich völlig egal.

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Gerade die Einladung von der AG SM gelesen.

Da steht folgende Tagesordnung für die zweite Mitgliederversammlung drin:

1. Begrüßung durch den Vorstand
2. Organisatorisches
3. Jahresbericht des Vorstands
4. Entlastung und Neuwahl des Vorstands
5. Haushaltplan für das Geschäftsjahr 2009, Ausblick auf 2010
6. Änderung der Satzung im Hinblick auf Gemeinnützigkeit
7. Änderung der Satzung im Hinblick auf Vertretungsberechtigung von Vorstand
und Geschäftsführung
8. Änderung der Satzung im Hinblick auf Amtszeit des Vorstands
9. Stand der Projekte
10. Sonstiges

Wie ich das sehe, behandelt genau ein Punkt von zehn die eigentliche Arbeit.
Was will uns das sagen ... ? ;) (Und nun komm' mir keiner mit dem deutschen
Vereinsrecht ...)

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Ralph Martin liest aus "EIN AMERIKANER IN BERLIN"

Die folgende Lesung kann ich auf jeden Fall guten Gewissens empfehlen - ich
habe Ralph schon häufiger von seinen Erlebnissen erzählen gehört, es ist
immer sehr unterhaltsam:

 Lustig ist es, weil es wahr ist: Ralph Martins Buch EIN AMERIKANER IN
BERLIN (Untertitel: WIE EIN NEW YORKER LERNT, DIE DEUTSCHEN ZU LIEBEN) ist
die wahre Geschichte eines Ex-New Yorkers, der nach Berlin zieht, sich
niederlässt und erleben muss, wie seine Amerikanischen Vorurteile durch
deutsche Seltsamkeiten ersetzt werden. Zehn Kapitel voll mit Kulturschock
und Unglücksfällen, in denen das gesamte Spektrum abgedeckt wird - von
deutschen Romantikregeln über die Liebe zu Aldi bis hin zu der Erfahrung,
der einzige englischsprachige Vater in der örtlichen Kita zu sein (und wie
es sich anfühlt, von einer rauflustigen Horde deutscher Vorschüler ein
Kasperletheater vor den Kopf zu bekommen).

 Das Buch erscheint am 24. August (Montag). Am Abend gibt es um 20:30 h eine
Party zur Vorstellung des Buches, inklusive kurzer Lesung, im St. Georges
Book Shop (Wörther Str. 27, Prenzlauer Berg, Berlin). Mehr über den Autor:
http://www.ralphmartinwrites.com

 Das Buch erscheint auf deutsch, an diesem Abend wird Ralph aber auf englisch
lesen.

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